Erfahrungsbericht – Vanguard Alta Pro 263AGH Alu

Erfahrungsbericht Kamerastativ – Vanguard Alta Pro 263AGH Alu


Das Vanguard Alta Pro 263 AGH ist mittlerweile mein drittes Stativ, welches ich besessen habe. Klassisch habe ich mit einem 40-50€ Stativ angefangen, welches ich so lange in Gebrauch hatte bis es nicht mehr zu gebrauchen war. Also in etwa ein Jahr.Als zweites hatte ich noch ein weiteres Stativ für etwa 80€ im Einsatz, welches mir leider auch nur ein Jahr lang erhalten blieb.

Somit musste ein qualitativ besseres und hochwertigeres Stativ her, mit dem ich weniger Ärger habe. Aus Berichten und Videos von Benjamin Jaworskyj und einem Freund, mit dem ich öfter auf Tour gegangen bin, war mir das Vanguard Alta Pro bereits etwas vertraut - zumindest hat es meine Aufmerksamkeit erweckt.Nach dem Betrachten der Daten sprachen einige Faktoren voll und ganz für dieses Stativ.

  • Kugelkopf

  • Schnellwechselplatte

  • Libelle

  • Belastbarkeit von 6kg

  • Arbeitshöhre ca. 180cm

  • umkehrbare und verstellbare Position der Mittelsäule

  • ausklappbare Beine

  • Pistolengriff


Alles technische Daten die mich sehr angesprochen haben. Somit wurde dieses Stativ im September 2015 gekauft.

Beeindruckend war für mich damals schon die große Verpackung und das starke Gewicht.

„Das muss ein stabiles und hochwertiges Stativ sein“.

Und auf den ersten Blick wirkt es auch absolut hochwertig und robust. Es liegt super in der Hand. Die Schaumstoffpolsterung an den Beinen sorgt für ein angenehmes Tragen und Heben, klasse!


Als ersten richtigen Test habe ich das Stativ auf eine Lost Place Tour mitgenommen. Dank der mitgelieferten Stativhülle konnte ich das nicht gerade leichte Stativ dann über die Schulter werfen und hatte wenig Probleme beim Transport, bzw. Verstauen des Stativs. Für meinen Kamerarucksack ist es allerdings etwas zu groß. Es geht zwar in die mittlere Haltelasche, aber schwingt zu stark hin und her. Außerdem bezweifele ich, dass es die Lasche vom Rucksack dies lange mitmachen würde.


Ist die Schnellwechselplatte an der Kamera befestigt so klippt man diese einfach in die Fassung des Stativkopfes hinein. Man hört wenn es einrastet. Ist es einmal eingerastet, so sitzt es wirklich fest drin. Ebenfalls besitzt die Schnellwechselvorrichtung eine Sicherheitssperre. Somit wird verhindert, dass man aus Versehen die Platte löst und diese sich samt Kamera verabschiedet und auf den Boden fällt.


Die Beine sind mit jeweils zwei Schnellspann-Hebeln ausgestattet, damit die Beine ausgefahren und auf beliebiger Höhe fixiert werden können. Mit einem Druckknopf an jedem Bein lassen diese sich bis auf 80° auseinander klappen. Das ist wirklich hilfreich, wenn man bodennah Bilder machen will.

An der Mittelsäule befindet sich noch ein Haken, damit man dort zusätzlich für mehr Gewicht am Stativ sorgen kann - was vor allem bei stärkerem Wind hilfreich ist. Ich habe gerne meinen Kamerarucksack dort aufgehängt, um besser an mein Equipment zu kommen.


Nun komme ich zum wichtigsten Teil, dem Kugelkopf.

Auffällig ist hier der Pistolengriff, welcher das ganze erst einmal ziemlich cool aussehen lässt. Mit mehreren Fixierungshebeln lassen sich die Drehachsen lockern und sperren, damit man den Kopf samt Kamera ausrichten kann.

Nach dem Drücken des Pistolengriffs ist der Kugelkopf beweglich. Anfangs ungewöhnlich ist, dass man die Kamera nur weit nach hinten geneigt bekommt, wenn man vorher den Kopf im gesamten um die eigene Achse dreht und die Position der Kamera durch das Verdrehen der Schnellwechselplatte ändert. Hier sieht man spezielle Kerben, in welche man den Kopf positionieren muss.

Nach dieser Tour war ich mit dem Stativ sehr zufrieden und hatte viel Spaß.


Leider machten sich auch an diesem Stativ nach nicht allzu langer Zeit die ersten Mängel bemerkbar. Angefangen hat es mit den Stativbeinen, welche plötzlich nicht mehr gleichmäßig zueinander standen, sondern ein Bein deutlich weiter weg stand.Die Schnellspanner an den Beinen können zum Glück selbst nachjustiert werden. Sonst wäre hier auch schnell jeglicher Halt verloren gegangen. Irgendwann war das Anbringen der Schnellwechselplatte auch nervig, da diese nicht mehr gleich einrastete und man stattdessen immer hin und her ruckeln musste bis sie eingerastet ist. Zudem habe ich die Sicherheitssperre noch selbst einklappen müssen - was ein absolutes No-Go ist! Ich gebe zu, dass meine Ausrüstung nicht gerade mit Samthandschuhen behandelt wird und auch bei jedem Wetter und in jeder Flora und Fauna benutzt wird. Dennoch passe ich gut auf und pflege mein Equipment.Aber bei dem Stativ verschlechterte sich der Zustand zunehmend. Der Schlusspunkt war bei mir erreicht nach dem der Kugelkopf die Last der Kamera nicht mehr halten konnte. Langzeitbelichtungen waren somit nicht mehr Möglich. Meine Kamera, samt Objektiv und Fernauslöser, wog bis dahin unter 4kg. Bei angegebenen 6kg ist das eine schwache Leistung.


Im Dezember 2016 wollte ich dann von meinem Anspruch auf Garantie Gebrauch machen. Leider war es mir nicht möglich einen direkten, deutschen Ansprechpartner oder eine Telefonnummer vom Service ausfindig zu machen. Zum Glück habe ich das Stativ bei Amazon erworben, somit war der Umtausch schnell und unkompliziert über die Bühne gelaufen.

Damit hatte ich nun das zweite Stativ von Vanguard. Aber ich stellte gleich fest, dass hier etwas anders war als beim vorigen Stativ. Es befanden sich ein paar Plastikteile mehr am Stativ: zum einen am Fixierungshebel des Pistolengriffs, als auch in der Mittelsäule.Bereits beim zweiten Gebrauch des neuen Stativs wäre meine geliebte D750 fast hinüber gewesen. Grund dafür war die mangelhafte Verarbeitung des Vanguards. Ich wollte meine Kamera kopfüber am Stativ montieren, wobei die Mittelsäule einfach umgekehrt fixiert wird (das ging bei dem Stativ davor einwandfrei).



Meine Kamera war bereits am Kopf und somit an der Mittelsäule befestigt als ich diese umgekehrt in das Stativ einfügen wollte. Normalerweise rastet ein kleiner Pin, welcher sich an der Mittelsäule befindet, sofort nach dem Hindurchschieben ein und verhindert ein Herausfallen der Mittelsäule. In diesem Fall steckte ich die Mittelsäule durch, es krachte, ein Plastikteil sprang heraus und die Säule, samt Kamera und Objektiv fielen aus der Fassung des Statives heraus! Zum Glück habe ich blitzschnell reagiert und konnte irgendwie mit dem Fuß meine Kamera abfangen, sonst wäre wohl ein Vermögen für mich kaputt gewesen! So etwas darf nicht vorkommen!





Da hier scheinbar durch solche Dinge an der Verarbeitung des Stativs eingespart wurde und somit auch die Qualität in Mitleidenschaft gezogen wird, habe ich an dieser Stelle genug von dem Vanguard. Also heißt es wieder ab damit. Einen dritten Versuch möchte ich erst gar nicht in Erwägung ziehen.

Ich möchte dieses Stativ nun nicht komplett schlecht reden, denn es hat mir auf einigen Touren die Möglichkeit geboten richtig schöne Fotos zu schießen. Natürlich regt es mich auf, dass ich es schon wieder einschicken muss, aber ich weiß auch welche guten Dienste es geleistet hat (wenn auch nicht auf Dauer). Daher trenne ich mich nun ganz davon und probiere etwas neues aus. Selbstverständlich werde ich auch darüber berichten. Gruß Marco

Produktlink:

Vanguard Alta Pro 263 AGH - bei Amazon

Hier noch ein paar Bilder vom Einsatz des Vanguards

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